Pfarre Pottenstein

Kleiner Kirchenführer

Diese Seite soll Ihnen einen kleinen Überblick über Sehenswertes in und über die Geschichte der Pfarre Pottenstein geben. Sie enthält Auszüge aus dem Kirchenführer, der in der Wallfahrtskirche aufliegt. Wir senden Ihnen auch gerne ein Exemplar zu. Eine e-mail oder ein Anruf in der Pfarrkanzlei genügt!

 

Marktgemeinde Pottenstein

Am Ufer der Triesting in der Erweiterung des gleichnamigen Tales liegt Pottenstein - inmitten herrlicher Natur. Der Ort blickt auf eine 1000jährige Geschichte zurück. Die Homepage der Marktgemeinde informiert ausführlich über die Geschichte, Kultur und Brauchtum, gibt aber auch Tipps für Freizeit & Tourismus in Pottenstein. Ein Rundgang durch die Gemeinde bringt Ihnen den Ort näher.

 

Dekanatskirche Maria Trost im Elend

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Im Jahre 1050 wurde Pottenstein als Pfarre von Passau aus gegründet. Die erste Kirche war - wie damals üblich - ein Holzbau, von dem nichts übrigblieb. Im 12. Jh. entstand eine aus Steinen erbaute romanische Kirche, von der das Untergeschoß des Turmes bis heute erhalten geblieben ist. Im 14. Jh. wurde der Turm erhöht und ein gotischer Chor gegen Osten vorgebaut dank der Initiative Königin Elisabeths, der Gemahlin Friedrich des Schönen, die als Besitzerin und Wohltäterin Pottensteins überliefert ist. Etwa 100 Jahre später wurden an den Turm Kapellen angebaut, deren Gewölberippen der hochentwickelten Gotik angehören. Auch die alte Sakristei mit einem steinernen Türstock und einer eisenbeschlagenen Türe gehört der gotischen Periode an. 

 

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Mehrere Brandkatastrophen (1529, 1532) haben den Bau arg beschädigt, 1683 ist er von den Türken teilweise niedergebrannt worden, ebenso der Pfarrhof. 1689 wieder aufgebaut, war die Kirche 100 Jahre später wieder baufällig und vor allem zu klein für die anwachsende Bevölkerung und Zahl der Wallfahrer. 1808 wurde daher das alte romanische Kirchenschiff abgerissen  und ein neues - um 90 Grad gegenüber dem Chor gedrehtes - Längsschiff mit klassizistischer Fassade errichtet. Erst 1844 wurde, aufgrund des Geldmangels als Folge der Türkenkriege, der neue Hochaltar und die Kanzel, 1847 die Orgelempore fertiggestellt. 

Die erste Innenrenovierung mit Trockenlegung folgte 1968 und Aufstellen des marmornen Volksaltars, 1978 eine Außenrenovierung mit Erneuerung des Daches. 1992 erhielt die Pfarrkirche eine neue Orgel, das alte Gehäuse wurde dabei restauriert und blieb erhalten. 1996 bis 1999  erfolgte neuerlich eine komplette Innenrenovierung mit der Restaurierung aller Altäre, Erneuerung der Kirchenbänke und des Lüftungssystems der Kirchenheizung. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch 2 in Vergessenheit geratenen Fresken aus dem 19. Jh. entdeckt und freigelegt. Außerdem zieren 4 neue Heiligenstatuen seitdem den Innenraum. Ende 2003 wurde eine neue Kirchenheizung beschafft.

Sehenswert im Inneren der Kirche sind vor allem ein gotisches Sakramentshäuschen beim ehemaligen Hochaltar, dem Pestaltar (um 1687), und die Gnadenstatue Pottensteins, eine gekrönte Madonna mit Kind im barocken Stil unbekannter Entstehung. Der Familienaltar stammt aus 1698, der Kreuzaltar wurde 1810 errichtet.

 

Der Doppelkarner

Der Doppelkarner ist das älteste Bauwerk Pottensteins, Ende des 12. Jahrhunderts in romanischem Stil erbaut. Er ist aus Bruchsteinen errichtet, eingebaut in die alten Wehrmauer und besteht aus einem kreisrunden Kapellenraum und einer halbkreisförmigen Apsis, die beide gemauerte, mit einer Steinkugel gekrönte Kegeldächer tragen.

Der untere Raum diente als Beinhaus. Da der Friedhof rund um die Kirche sehr klein war, mußten die Gräber immer wieder frei gemacht werden. Als 1787 der jetzige Friedhof am Rand des Ortes errichtet wurde, hat man auch alle Gebeine aus dem Karner dort beigesetzt. Der obere Raum des Doppelkarners hat vermutlich als Kapelle für Totengedenkmessen gedient. Die Marktgemeinde Pottenstein führt den Doppelkarner im Marktwappen.

 

Die Monstranz von Pottenstein

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Sie wurde um 1640 angefertigt. Weder der Künstler noch der Herstellungsort sind bekannt. Interessant ist die Darstellung: Ihr liegt das Bibelwort zugrunde: "Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht." (Jesaia 11,1). Isai ist der Vater des Königs David und somit der Stammvater der königlichen Familie Juda und der Ahnherr des Messias. Jesus selbst zitiert diese Stelle aus dem Alten Testament und bezieht sie auf sich. Paulus nennt Jesus den "Sproß aus der Wurzel Isais" (Römerbrief 15,12).  
Der Fuß stellt den liegenden Isai dar, aus dem die Monstranz selbst als Baum herauswächst. Im Kreis angeordnet sind die Könige Israels, beginnend mit David (mit der Harfe). Im Mittelpunkt steht Christus in der Brotgestalt, darüber eine Darstellung der Gottesmutter (Pottenstein als Wallfahrtsort), Gottvater und der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Die Monstranz befindet sich als Leihgabe im Dom- und Diözesanmuseum in Wien.

 

Pottenstein als Wallfahrtsort

Die Wallfahrt nach Pottenstein begann im 17. Jh. in der Zeit der Gegenreformation. Während früher der Titel "Unsere liebe Frau in Pottenstein" üblich war, kommt 1605 der Titel "Unsere liebe Frau Maria Brunn im Elend" auf. Bald jedoch setzte sich die Bezeichnung "Maria in exilio" oder "Maria Trost im Elend" durch. In der Zeit Kaiserin Theresias erreichten die Wallfahrten ihren Höhepunkt. Sie selbst soll mehrmals in Pottenstein gewesen sein.

Als Josef II. 1782 die Wallfahrten verbot, bedeutete das für Pottenstein auch einen großen wirtschaftlichen Verlust. 
Sehenswert ist das Urlauberkreuz, ein gotischer Tabernakelpfeiler an der Osteinfahrtsstraße von Pottenstein. Es diente dem Empfang und der Verabschiedung (Beurlaubung) der Wallfahrer.

> wir pilgern  

 

Die Filialkirche in Fahrafeld

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Bereits 1434 wird eine Kapelle in Fahrafeld erwähnt, über die Herzog Albrecht II. die Vogtei erhält. 1448 ging Fahrafeld in den Besitz des Stiftes Kleinmariazell über. Kaiser Friedrich III. (1440-1493) verzichtete auf die landesfürstliche Lehensschaft zugunsten des Stiftes. 1534 mußte Kleinmariazell das Gut wieder verkaufen, um das Stift, das von den Türken 1529 zerstört wurde, wieder aufbauen zu können. 1683 wurde die Kapelle von den Türken zerstört, 1688 wieder aufgebaut. Kaiser Karl VI. (1711-1740) stiftete das Hochaltarbild, da der Hof sein Absteigquartier in Fahrafeld hatte. 1834 erwirbt Freiherr von Sina die Güter von Fahrafeld für seine Tochter, Reichsgräfin Anastasia von Wimpffen. 1888 läßt die Gräfin die Kirche durch den Wiener Architekten Max von Ferstel gründlich renovieren und teilweise umbauen.

Im Jahr 1974 ging die Kirche durch Schenkung in den Besitz der Pfarre Pottenstein über. Wieder war eine gründliche Renovierung notwendig (1974/75). Die letzte Renovierung der Katherinen-Kirche erfolgte 1999.

Sehenswert in der Kirche sind das Hochaltarbild, die bronzene Muttergottesstatue bei der Gruft, ein Grabstein aus 1613 für den evangelischen Prediger Langenberg.

Quelle: Kirchenführer röm.-kath. Pfarramt Pottenstein 1991 + Ergänzungsblatt 1998